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Der Rothirsch
Rothirsche sind die mächtigsten und größten Tiere unserer Wälder.
Die Körperlänge kann über zwei Meter betragen, die Körperhöhe 1,50 m. Ein alter, stattlicher und kapitaler Hirsch kann ein Gewicht von über 300 kg erreichen. Das
durchschnittliche Gewicht ist allerdings deutlich niedriger und beträgt für fünfjährige Hirsche etwa 110 kg. Das auffälligste und imponierendste Merkmal des Hirsches ist jedoch sein
Geweih. Solange das Geweih sich im Wachstum befindet, kann der Rothirsch es allerdings gar nicht verwenden, weil es viel zu weich ist. Es dauert nur etwa hundert Tage vom
Wachstumsbeginn an, bis das neue Geweih seine endgültige Größe hat. Das Geweih besteht aus abgestorbenen Knochen und wiegt bis ungefähr 15 Kilogramm. Nach der
Brunftzeit wirft der Hirsch sein Geweih wieder ab, um im nächsten Jahr ein neues zu bekommen. Rothirsche können circa 17-20 Jahre alt werden. Noch älter werden sie auch in Gefangenschaft nur sehr selten.
Natürliche Feinde haben Rothirsche in unseren Wäldern kaum noch, weil Wolf, Bär und Luchs mehr oder weniger ausgestorben sind. So muss der Mensch die Regulierung des
Rothirsches übernehmen. Etwa 30.000 Rothirsche werden in Deutschlands Wälder jährlich erlegt. Insgesamt leben schätzungsweise 100.000 Rothirsche in ihnen.
Auf der Suche nach Nahrung durchwandert der Rothirsch unsere Wälder. Er muss sich sehr vielseitig ernähren, um sein prächtiges Geweih ausbilden und um die anstrengende
Brunftzeit überstehen zu können. Doch unsere Wälder sind eintönig geworden und zerstückelt, von Straßen zerschnitten; überall hindern Zäune und Skipisten den Rothirsch am
Weiterwandern. Den Winter verbrachten Rothirsche früher in den Flussauen, um dort das weiche Holz der Weiden zu fressen. Die Flussauen sind heute von Menschen besiedelt und
stehen dem Rothirsch für seine Ernährung nicht mehr zur Verfügung.
Obwohl jedoch das Nahrungsangebot immer schlechter geworden ist, gibt es heuet durch die gute Hege der Jäger so viele Hirsche in unseren Wäldern wie niemals zuvor. Man
schätzt, dass es zehnmal so viele sind wie vor hundert Jahren.
Weil das Nahrungsangebot in der freien Wildbahn nicht ausreicht, müssen die Tiere im Winter vom Menschen gefüttert werden. Sonst können sie die kalte Jahreszeit nicht
überstehen. Hungernde Hirsche reißen zudem die Rinde von den Bäumen und fressen sie auf. Diese schwere Kost kann der Rothirsch verdauen und verwerten, weil er ein besonders
leistungsfähiges Verdauungssystem hat. Dem Wald wird aber großer Schaden zugefügt, weil die Bäume faulen oder sogar absterben können.
Die Brunftzeit der Rothirsche beginnt etwa Ende September. Weithin ist dann das Röhren
der männlichen Hirsche, das eine Kampfansage an Rivalen darstellt, zu hören. Einen guten Monat später kehrt wieder Ruhe ein. In der Zwischenzeit fressen die Platzhirsche kaum
etwas. Zwischen etwa gleich starken Hirschen kann es echte Kämpfe um die Hirschkühe geben. Die weiblichen Hirsch bringen die Jungtiere nach einer Trächtigkeit von rund acht
Monaten zur Welt. Bei der Geburt wiegen diese rund 10 kg.
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