Jagd & Hund  Steinhoff

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Letzte Überarbeitung
05.04.2010

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Das Wildschwein

wildschwein87

Bestandsstatus:

nicht gefährdet

Bestandstrend:

deutliche Zunahme

Gewicht:

männlich: 60 - 153 kg, weiblich: 45 - 128 kg

Kopf- Rumpf-Länge:

männlich: 139 - 178 cm, weiblich: 131 - 167 cm

Schulterhöhe:

männlich: 75 - 115 cm, weiblich:60 - 105 cm

Anzahl Junge:

3 - 8

Paarungszeit:

meist November - Januar, aber im Unterschied zu anderen Huftieren ganzjährig fortpflanzungsfähig

Setzzeit:

i.d.R. Februar - April, aber auch ganzjährig

Lebensweise:

natürlicherweise tagaktiv, aber durch menschliche Verfolgung heute überwiegend nachtaktiv, lebt in Rotten unter Führung einer alten Bache (Matriachat), adulte Keiler leben i.d.R. solitär

Lebensraum:

Kulturland, Wald, dringt zunehmend in den menschlichen Siedlungsbereich

Nahrung:

Allesfresser, aber vorwiegend pflanzlich

 

Das Wildschwein, aufgrund seiner dunklen Färbung auch als Schwarzwild bezeichnet, ist die Stammform aller Hausschweinrassen. Kreuzungen zwischen Wild- und Hausschwein ergeben fruchtbare Nachkommen. Der anpassungsfähige und intelligente Allesfresser ist seit altersher als Verursacher von Wildschden in der Landwirtschaft berüchtigt. Wildschweine besiedeln nahezu alle Gebiete außer der Wüste und dem Hochgebirge (> 60cm Dauerschneedecke). Als Kulturfolger dringt es in jüngster Zeit verstärkt auch in den städtischen Bereich vor (z.B. Großraum Stuttgart). Der Schwarzwildbestand hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen - nicht nur bei uns, sondern europaweit. In Deutschland hat sich die Zahl der erlegten Wildschweine innerhalb der letzten 60 Jahre stark erhöht. Entscheidend für das Populationswachstum sind milde Winter und die Verbesserung des Nahrungsangebots, z.B. Zunahme des Maisanbaus in der Landwirtschaft, häufigere Eichel- und Buchenmast im Wald aufgrund von Immissionsschäden („Notfruktifikation") sowie verstärkter Einsatz von Lockfutter („Kirrung", i.d.R. Mais) bei der Jagd. Ein nicht unbedeutender Teil der Bestandszunahme ist aber auch darauf zurückzuführen, dass diese Wildart sich Lebensräume zurückerobert hat, in denen sie in vorausgegangenen Jahrhunderten durch erbarmungslose Verfolgung nahezu oder vollständig ausgerottet wurde.