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Im Unterschied zum Wildkaninchen zeichnet sich der Feldhase durch die rein oberirdische Lebensweise aus. Auch
die Jungen werden oberirdisch geboren. Sie sind bei der Geburt behaart und sehend und zur langsamen Fortbewegung befähigt („Nestflüchter").
Allgemein sind die Hasenbesätze rückläufig, stabilisieren sich jedoch offenbar auf dem erreichten Niveau. Die
Jagdstrecken überzeichnen allerdings den Trend, weil sie in erster Linie nur den jagdlich nutzbaren Zuwachsüberschuß widerspiegeln und weil die Bejagungsintensität abgenommen hat. Rückgangsursachen sind:
Intensivierung der Landwirtschaft, Lebensraumverlust durch Bebauung und Zerstückelung der Landschaft, Klimaänderungen und Zunahme des Beutegreiferdruckes.
In Deutschland gibt es entsprechend der sehr unterschiedlichen topographischen und klimatischen Gegebenheiten eine große Spannweite der
Siedlungsdichte. Aktuelle Zählergebnisse (seit 1997) zeigen z. B. für eine Probefläche im Oberschwäbischen Hügelland eine relativ geringe Dichte von 4 Hasen pro 100 ha Feldfläche. Dagegen sind in der klimatisch
begünstigten Oberrheinebene / Niederrhein nach wie vor auch hohe Hasendichten vorzufinden (Maximalwerte bisher: 55 Hasen pro 100 ha im Frühjahr und 80 Hasen/100 ha im Herbst).
Das Vermehrungspotential innerhalb eines Jahres ist hoch. Fruchtbarkeitseinbußen gibt es nach bisherigen Untersuchungsergebnissen nicht,
obwohl Schwermetalle und Rückstände von Umweltgiften in Hasenorganen nachweisbar sind. Trotzdem ist der Fortpflanzungserfolg bescheiden und hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Ursache hierfür ist eine Zunahme
der ohnehin hohen Jugendsterblichkeit. Die in einer flachen Erdmulde geborenen Junghasen sind der Witterung ungeschützt preisgegeben; ebenso den vielen natürlichen Feinden und den landwirtschaftlichen Maschinen, die
bei zunehmender Arbeitsbreite immer schneller werden.
Gleichwohl verbleibt nach abgeschlossener Fortpflanzungsperiode in der Regel ein jagdlich nutzbarer Zuwachsüberschuß. Dieser ist im
Vergleich zu früher nur deutlich kleiner geworden. Die Bejagung muß entsprechend verantwortungsvoll darauf ausgerichtet sein. Forderungen zur generellen Einstellung der Bejagung entbehren aber einer Grundlage.
Nachweislich nimmt der Besatz nicht zu, wenn eine bisher bereits zurückhaltend ausgeübte Bejagung ganz eingestellt wird.
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