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Zwischeneiszeitlich war das Wildkaninchen in Europa weit verbreitet, aber nach der letzten Eiszeit ist es auf Spanien, die Balearen und
die Atlasländer beschränkt geblieben. Seit dem Altertum hat der Mensch jedoch zahme und wilde Kaninchen in weite Teile der Welt gebracht. Die ersten urkundlich belegten Kaninchen wurden 1149 nach Deutschland
eingeführt. Das Wildkaninchen hat sich seitdem schnell und vollständig wieder in die einheimische Fauna integriert. Ökologische Schäden sind ausgeblieben. Niemand stellt daher heute die Existenzberechtigung dieser
Art bei uns in Frage.
Das Wildkaninchen lebt sozial. Die Gruppenterritorien bestehen aus mehreren Männchen und Weibchen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine
strenge Rangordnung. Soziales Zentrum der Kolonie ist ein größerer Erdbau mit mehreren Röhren. Die Jungen werden meist in separaten, blind endenden Einzelröhren (Satzröhren) zur Welt gebracht. Im Unterschied zum
Feldhasen sind die Jungen bei der Geburt nackt und blind.
Das Wildkaninchen liebt die milderen Klimazonen. Kalte und schneereiche Winter verträgt es nicht. Schwere, staunasse und
steinige Böden werden gemieden. Es kommt daher in Baden-Württemberg nur regional begrenzt vor (vgl. Verbreitung).
Das Wildkaninchen hat ein hohes Fortpflanzungspotential. Entsprechend rasch kann es sich vermehren. Aber es ist auch
anfällig gegenüber verschiedenen Erkrankungen, die seuchenartiges Ausmaß annehmen können. Kokzidiose, vor allem aber die Myxomatose und die seit 1988 in ganz Europa festzustellende hämorrhagische Kaninchenkrankeit
(RHD, akute Virusinfektion) können große Verluste verursachen. Starke Bestandsschwankungen sind die Folge (vgl. Jagdstrecken).
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