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So lernt der Hund
So richtig können wir es uns nicht vorstellen, aber unsere Hunde können nicht denken. Ihr handeln leiten sie aus Erlerntem und Erfahrungen ab. Sie sind jedoch so feinnervig, daß unsere
Hunde leichte Veränderungen an uns wahrnehmen. Sie erkennen ob wir uns geärgert haben oder sonst schlecht drauf sind. Deshalb arbeiten Sie nur mit Ihrem Hund, wenn Sie sich nicht in einer Stresssituation
befinden.Unsere Hunde lernen durch Wiederholen und ob unsere Reaktion darauf positiv oder negativ ist. Einen folgsamen Hund loben wir, anders herum lassen wir ihn erkennen, dass uns sein Benehmen nicht
gefällt. Dies wird in der Ausbildung als positive und negative Verstärkung beschrieben.
Zwischen ausgeführtem Befehl und Lob oder Tadel sollten nicht mehr als fünf (5) Sekunden liegen. Der kann sonst
Hund keine Verknüpfung zwischen ausgeführtem Befehl und Lob oder Tadel herstellen.
So kann ein Hund, der nicht hört und erst einige Zeit später zu seinem Führer zurückkommt, nicht erkennen warum er
bestraft wird. Der Zeitraum liegt zu weit auseinander, als das der Hund eine Verbindung zwischen nicht ausgeführtem Befehl und Strafe / Lob erkennt. Hier ist eine positive wie negative Verstärkung im Sinne der
Ausbildung gar nicht mehr möglich. Das, was wir Menschen als schlechtes Gewissen bei unseren Hunden deuten (geduckt kommen, kriechen) ist nur eine Ableitung aus unserer Stimmungslage. Die Veränderung der Stimme bzw.
der Körpersprache quittieren sie mit dem obigen Verhalten. Sie denken nicht, sondern leiten ihr Handeln aus unserer veränderten Stimmung ab. Hier haben unsere Hunde eine Verknüpfung aus Erfahrung aufgebaut die
ihnen sagt, “die Stimme ändert sich, seine Körperhaltung ist nicht freundlich, da habe ich was falsch gemacht!” und versuchen uns nun zu besänftigen. Meistens mit Erfolg. Hier lassen wir Besitzer uns zu
oft etwas vormachen. Hunde in ihrer Meutegemeinschaft handeln immer konsequent und dulden keinerlei Ungehorsam innerhalb ihrer Rangordnung. Also: Wenn der Hund sitzen soll und immer wieder aufsteht, wird ihm wieder
auf die Kruppe (zwischen Rutenansatz und Oberschenkel) gedrückt und so verdeutlicht, was ich will, nämlich dass er zu sitzen hat und erst aufstehen soll, wenn ich es wünsche. Durch Konsequenz wird der Hund lernen
und verstehen, was Sie von ihm wollen. Hier liegt zur Zeit meines Erachtens das grösste Missverständnis in der heutigen Hundeausbildung. Konsequenz ist in unser Gesellschaft in der jeder jedem gefallen will nicht
angesagt. Oft erleben wir in unseren Lehrgängen menschliche gesellschaftliche Normen die auf den Hund übertragen werden. Nur unsere Hunde können damit nichts aber auch gar nichts anfangen. Vielmehr sind sie
verunsichert ob sie etwas dürfen oder eben gerade nicht. Konsequenz ist auch eine gewisse Strenge. Ein Hundeführer war der Meinung wenn er streng wäre, würde sein Hund ihn nicht mehr lieben. In vielen Gesprächen
wurde unsere Ausbildung erläutert und an erlebten Beispielen anschaulich dargestellt. Langsam aber wirklich ganz langsam setzte sich der Führer gegen sein charakterlichen einwandfreien Hund (aber ein Sausack)
durch und siehe da die beiden kamen viel besser miteinander aus. Der Hund hatte seine Leitfigur gefunden.
HUNDE kennen keine Diplomatie
Vielmehr nutzen sie jede angebliche Schwäche von uns sofort aus. Das ist natürlich aus ihrer Sicht gesehen logisch, da die Rangordnung ständig neu festgelegt wird
und warum sollte man seine Freiheiten bei einem nicht konsequenten Meuteführer nicht nutzen. Konsequenz ist keine körperliche Gewalt gegen den Hund; diese sollte nur eingesetzt werden, um Schaden von einem selbst
oder anderen abzuwenden.
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